Kompost Geruch Kontrolle

 

In Kompostieranlagen entstehen bei der Zersetzung organischer Stoffe geruchsintensive Verbindungen und chemische Emissionen. DieseGerüche können die Umwelt und die Anwohner beeinträchtigen, manchmal gegen Vorschriften verstoßen und die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich ziehen.

 

Warum entsteht bei der Kompostierung in verschiedenen Phasen Geruch?

 

Kompost erzeugt in verschiedenen Stadien des Kompostierungsprozesses aufgrund der mikrobiellen Zersetzung Gerüche. Die Mikroben bauen das Ausgangsmaterial ab und setzen Gase wie Kohlendioxid, Schwefelverbindungen und Feuchtigkeit frei.

Die Intensität des Geruchs hängt von der Art des Kompostierungsverfahrens ab: aerob (mit Luft) oder anaerob (ohne Luft). Bei der aeroben Kompostierung entstehen mildere Gerüche, während bei der anaeroben Kompostierung stärkere, unangenehmere Gerüche entstehen können.

 

Hauptursachen für Kompostgeruch in gewerblichen Anlagen

 

  • Organische Rohmaterialien, die sich bereits zersetzt haben
  • Endproduktbestände, die nicht ordnungsgemäß verwaltet werden
  • Unsachgemäße Vermischung der Einsatzstoffe und Entstehung von Sickerwasser ohne ausreichende Entwässerung
  • Starke Gerüche können auch während der Misch- und Aufbereitungsphase entstehen, da bei diesem Prozess Bereiche aufgebrochen werden, in denen Materialien ohne Sauerstoff zu faulen begonnen haben (anaerobe Zersetzung). Aufgrund dieser Auswirkungen gelten in vielen Ländern strenge Vorschriften für die Kompostierung in Mieten. 

Aerobe vs. anaerobe Kompostierung: Welche Methode hilft bei der Kontrolle von Kompostgerüchen?

 

Unter Kompostierung mit belüftetem Haufenwird die Luft gleichmäßig verteilt und die Mikroben wandeln organische Stoffe in Kohlendioxid, Feuchtigkeit und Wärme um.

Eine Studie zur Kompostierung von Klärschlamm ergab, dass durch forcierte Belüftung die Konzentrationen von Ammoniak, Ameisensäure und Essigsäure um 72 %, 57 % bzw. 11 % reduziert wurden, im Vergleich zu Mieten ohne Belüftung (Rosenfeld P, Grey M, Sellew P., 2004). Somit neigt der aerobe Prozess dazu, weniger geruchsintensive Verbindungen zu emittieren.

Bei der anaeroben Kompostierung (ohne genügend Sauerstoff) ist die Wahrscheinlichkeit, dass starke, unangenehme Gerüche entstehen, wesentlich größer:

Cornell Composting hat herausgefunden, dass bei Sauerstoffmangel, beispielsweise aufgrund hoher Feuchtigkeit, Verdichtung oder großer Haufen, die den Luftstrom einschränken, anaerobe mikrobielle Prozesse dominieren. Diese führen zur Bildung flüchtiger Schwefelverbindungen (VSCs) wie Schwefelwasserstoff (H₂S), Dimethylsulfid (DMS), Dimethyldisulfid (DMDS), Mercaptane und flüchtige Fettsäuren (VFAs), von denen viele nach faulen Eiern, Kohl oder Abwasser riechen.

 

Was verraten Kompostgerüche über den Kompostierungsprozess?

 

Ein starker Ammoniakgeruch bedeutet, dass der Komposthaufen ein Problem mit der Futtermischung hat und zu viel Stickstoff vorhanden ist.

Lösung: Fügen Sie mehr Kohlenstoff wie Blätter und Holzspäne hinzu.

Wenn es muffig riecht, bedeutet dies, dass die Mischung zu viel Feuchtigkeit enthält, die zu einem schwefelhaltigen Geruch führen kann, wenn sie nicht rechtzeitig korrigiert wird.

Lösung: Fügen Sie einen Füllstoff hinzu, sobald Sie anfangen, Muffigkeit zu riechen.

 Die beste Lösung zur Geruchskontrolle bei der Kompostierung in offenen Mieten ist das Wenden des Komposthaufens.

 

Warum sind Gerüche aus kommerziellen Kompostieranlagen ernsthafte Gesundheitsrisiken darstellen? 

 

Kommerzielle Kompostieranlagen geben während der aeroben Zersetzung Bioaerosole und mikrobielle flüchtige organische Verbindungen (VOC) an die Luft ab, insbesondere wenn die Kompostierungsbedingungen gestört sind oder nicht ordnungsgemäß geregelt werden.

Zu den Bioaerosolen gehören:

 

Mikroorganismen: Bakterien (z.B. Actinomyceten), Pilze (z.B., Schimmelpilze), Viren, Algen und Pollen.
Biomoleküle: Endotoxine (von gramnegativen Bakterien), Beta-Glucane (von Pilzen). Die Emissionswerte variieren je nach Anlagengröße, Technologie, Wind und mikrobiellem Gehalt. Diese Emissionen gehen in 100 bis 1400 Metern Entfernung von der Anlage in Windrichtung auf die Hintergrundwerte zurück.

 

Zu den mikrobiellen VOCs gehören:

 

Wird von sich zersetzendem Pflanzenmaterial und Mikroben emittiert. Keine starke Korrelation mit Bioaerosol-Konzentrationen.
Häufige VOCs: Essigsäure, Aceton, Limonen, Toluol, Benzolderivate, Xylol, Alkoholeund Terpene (z. B. Pinen, Camphen). Einige flüchtige organische Verbindungen wurden in einer Entfernung von bis zu 800 Metern in Windrichtung in nennenswerten Konzentrationen nachgewiesen.

Die Emissionswerte werden durch die Kompostierungsmethoden beeinflusst: 
Belüftete statische Mieten verursachen geringere Emissionen bestimmter Verbindungen (z. B. 72 % weniger Ammoniak) im Vergleich zur Kompostierung ohne Luftzufuhr. 

Kurz gesagt sind sowohl Bioaerosole als auch VOCs wichtige Luftschadstoffe, die bei der Kompostierung entstehen. Wie weit und wie stark sie sich ausbreiten, hängt von der Kompostierungsmethode, den verwendeten Materialien und der Umgebung ab.

 

 

Referenzen

 

  • Rosenfeld P, Grey M, Sellew P. Measurement of biosolids compost odor emissions from a windrow, static pile, and biofilter. Water Environ Res. 2004 Jul-Aug;76(4):310-5. doi: 10.2175/106143004×141898. PMID: 15508421.
  • https://compost.css.cornell.edu/odors/odor.html

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